Geschichte

Im Jahr 1972 haben die SBB den Bahnhof Wipkingen zur unbedienten Haltestelle zurückgestuft und damit eine Entwicklung eingeleitet, die zunehmend zur Verödung des Areals führte.

Das Quartier begann sich für seinen Bahnhof zu engagieren und 1993 wurde der Verein IG Bahnhof Wipkingen gegründet mit dem Ziel, den Bahnhof wieder zu beleben, d.h. eine private Billettverkaufsstelle einzurichten und weitere Nutzungen der leer stehenden Räume zu ermöglichen.

Nach langwierigen Verhandlungen mit den SBB konnte die IG Bahnhof 1995 einen langfristigen Mietvertrag für die ehemaligen Diensträume abschliessen. Im gleichen Zeitraum entwickelten die SBB auf Initiative des VCS und anderer das Stationshaltermodell (privater Billettverkauf in stillgelegten Bahnhöfen).
Auf dieser Basis wurde im Sommer 1997 das Bahnhofreisebüro Wipkingen als Einzelfirma von Max Welti eröffnet. Das Konzept von Max Welti und seine persönliche Qualifikation überzeugten die IG Bahnhof, so dass die Räumlichkeiten ihm weitervermietet wurden.

Die kleine SBB-Verkaufsstelle kombiniert mit Reisebüro erzielte im ersten Jahr einen Umsatz von etwa 700'000 Franken. Mit Umsicht, Initiative, Fachkompetenz und echtem Kundenservice konnte der Umsatz gesteigert werden. Heute, nach mehr als 10 Jahren, beläuft er sich auf etwa 4 Millionen Franken pro Jahr.

Der Erfolg ist nicht zuletzt auch kundenfreundlichen Öffnungszeiten und dem sachkundigen Personal zu verdanken. Mit den SBB besteht ein Agenturvertrag und der Verkauf erfolgt seit 2002 mit dem modernen, an allen SBB-Schaltern eingesetzten Verkaufscomputer, Prisma 2. Im Reisebürogeschäft wird mit verschiedenen kompetenten Partnern zusammen gearbeitet.

 

Von der Einzelfirma zur Publikums-Aktiengesellschaft

In Anbetracht der positiven Entwicklung der Firmengrösse musste die Struktur und Rechtsform der Firma angepasst werden. Auf das Geschäftsjahr 2004 wurde die Einzelfirma Bahnhofreisebüro Wipkingen, Max Welti, in die Aktiengesellschaft Bahnhofreisebüro Wipkingen AG umgewandelt mit einem Kapital von 100'000 Franken (100 Namenaktien zu 1000 Franken Nennwert).

Der Firmengründer Max Welti entschied sich im Jahre 2005 aus Altersgründen vom aktiven Geschäft zurück zu treten und seine Aktien zu veräussern. Sein bisheriger Mitarbeiter Stefan Morgenthaler wurde neuer Geschäftsführer und erwarb einen massgebenden Anteil an der Gesellschaft (48%). Der Rest der Aktien wurde im Quartier Wipkingen von interessierten Einzelpersonen und Organisationen gezeichnet. Diese Anteile sind heute unter etwa zwei Dutzend Aktionärinnen und Aktionäre gestreut. Max Welti wurde zusammen mit Benedikt Gschwind und dem neuen Geschäftsführer in den Verwaltungsrat gewählt.

Leider musste unsere Gesellschaft im August 2007 von Max Welti für immer Abschied nehmen. Es war ihm nicht vergönnt, seinen Ruhestand länger geniessen zu können. Der Verwaltungsrat wird dem Firmengründer ein ehrendes Andenken bewahren. Ende Mai 2010 schied Stefan Morgenthaler aus der Gesellschaft aus. Sein namhafter Aktienanteil wird an bisherige und neue Publikumsaktionäre verteilt. Neuer Geschäftsführer war von Frühjahr 2010 bis 2011 Fernando Ierace. Im März 2011 hat Regula Fischer die Geschäftsleitung übernommen. Dem Verwaltungsrat gehören zur Zeit Benedikt Gschwind als Präsident und Peter Schmid als Vizepräsident und Sekretär an. Beide sind in Wipkingen aufgewachsen und leben seit Jahrzehnten im Quartier.

Im Frühjahr 2010 verkaufte die SBB das Bahnhofgebäude dem Privatbesitzer Urs Räbsamen, dem auch die Nachbarliegenschaft mit dem Restaurant Nordbrücke gehört. Das Bahnhofreisebüro wird das Mietverhältnis auch mit dem neuen Besitzer längerfristig fortsetzen können.

Im Herbst 2012 wurde das Bahnhofgebäude komplett renoviert und um einen Stock erweitert. Das Bahnhofreisebüro hat neu eine kleine Empfangshalle.